A Government of Times

Symposium, Performance, Ausstellung im Rahmen der Ausstellung „Capitalist Melancholia“

Samstag, den 28.05.16, 13 – 19 Uhr (Konferenzsprache: Englisch)

Le peuple qui manque, Beyond the Magiciens Effect, symposium- performance, 2015,

Fondation Gulbenkian, © Helena Hattmansdorffer

Hiermit möchten wir Sie herzlich einladen zum Symposium „A Government of Times“ im Rahmen der Ausstellung „Capitalist Melancholia“ (30. April bis 7. August 2016) am Samstag, den 28.05.16 ab 13 bis 19 Uhr in die Halle 14, Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Leipziger Baumwollspinnerei. Der Co-Kurator der Ausstellung und ausstellende Künstler Camille de Toledo (CHTO) wird als Referent auf dem Symposium sprechen.

Für PRESSEANFRAGEN zum Symposium und Künstler CHTO wenden Sie sich bitte an: kunstundhelden – Agentur für neue Kunstkonzepte, Isabell Flohr und Anne Zdunek, presse@kunstundhelden.de, Tel. +49 (0) 30 95 61 46 41, mobil. +49 (0)176 84 71 02 07 

A GOVERNMENT OF TIMES, Symposium, Performance, Ausstellung im Rahmen der Ausstellung „Capitalist Melancholia“ (30. April 2016 – 07. August 2016), Samstag, den 28.05.16, 13 Uhr – 19h (Konferenzsprache: Englisch), Eintritt 4 Euro

REFERENTEN:  Diann Bauer (writer & artist, London) François Cusset (philosopher, Paris), François Hartog (historian, Paris), Maurizio Lazzarato (philosopher, Paris), Émilie Notéris (writer, Paris), Benjamin Noys (writer, London), Lionel Ruffel (literary theoretician, Berlin), Camille de Toledo/CHTO (writer & artist, Berlin), Tiphaine Samoyault (writer & literary theoretician, Paris)

KURATOREN: Le peuple qui manque (Aliocha Imhoff & Kantuta Quiros, FR),
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Michael Arzt/ Halle 14
ORT: HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipziger Baumwollspinnerei Spinnereistr. 7, 04179 Leipzig
ÖFFNUNGSZEITEN: Dienstag bis Samstag, 11-18 Uhr, Eintritt 4 Euro

DAS SYMPOSIUM „A GOVERNMENT OF TIMES“, ist eine szenisch eingerichtete Konferenz im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Capitalist Melancholia“ (co-kuratiert von Camille de Toledo/CHTO), die über alternative Zeitregime der Zukunft nachdenkt: Zehn Forscher und Theoretiker werden Fragen rund um das Thema „der Zeiten und Geschwindigkeiten“ diskutieren. Unter anderen auch der Autor und Künstler Camille de Toledo/CHTO (Berlin): „And so it was, we had to rebuild the future…“

Im Fokus steht dabei der Begriff des sogenannten „Präsentismus“- nach François Hartog,1989. Gemeint ist damit die Beobachtung, dass die Gegenwart allgegenwärtig geworden ist. Demnach erscheint das Jetzt als eine Art allumfassende Beschleunigung unseres Soziallebens, wodurch die Zukunft von uns Menschen nicht länger als Versprechen, sondern als Bedrohung wahrgenommen wird. Unsere Leben sind zu schnell, wir sind Subjekte von Beschleunigungsanforderungen: Wir sollen mehr erneuern, arbeiten, uns vergnügen, produzieren und konsumieren (Benjamin Noys). Wir können diese Tyrannei des Gegenwärtigen durch soziale Beschleunigung insbesondere in Europa – Beschleunigung um des Stillstands willen – auch Melancholie nennen. Camille de Toledo (CHTO), teilnehmender Referent und Künstler befasst sich seit Jahren mit dem Thema Europa u.a. in seinen Ausstellungen z.B. „Europa/Eutopia“ oder aktuell in seiner Arbeit „Capitalist Melancholia“ zur gleichnamigen Ausstellung, einer Kapitalismuskritik in Form eines Video-Diptychons.

Das Symposium versucht Antworten auf die Tyrannei des Gegenwärtigen zu finden. Kürzlich entwickelte sich eine neue Welle des sogenannten „contemporary accelerationism“. Dessen Ziel ist es, die Zeit wieder in Bewegung zu bringen.Dabei laden uns die Projektionen der Arbeiten zur Ausstellung „Capitalist Melancholia“ und das performative Symposium „A Government of Times“ ein, einen Moment inne zuhalten, uns neu zu orientieren und neue Perspektiven zu reflektieren. Fragen aufzuwerfen zu politischen Phantasien und einer anderen Form der Beschleunigung, als einem experimentellen, zielorientierten Prozess, bei dem wir ein Universum an Möglichkeiten entdecken können …


CAMILLE DE TOLEDO (CHTO)
 ist ein französischer Autor, Theoretiker,  Künstler und Kurator. Väterlicherseits ist er jüdischer Abstammung. Er studierte Literatur, Jura und Geschichte in London und Film – und Fotografie an der Tisch-Fakultät der New York Universtät. 2004 erhielt er ein Stipendium der Villa Medici in Rom für seine Video- als auch seine literarischen Arbeiten. 2008 gründete er die Europäische Gesellschaft der Autoren (www.seua.org), eine utopische Institution mit dem Vorschlag „Übersetzung als eigene Sprache“ anzunehmen, um „das Paradigma Nation und Identität zu überwinden“. Seit 2012, und 2013 nach seinem Umzug nach Berlin, schreibt Toledo unter dem Akronym CHTO und beschreibt seine Arbeit über die Form eines Buches hinausgehend als „spatial narratives“ oder „material narratives“. Das sind vor allem „The Fall of Fukuyama », aus 2013, eine Oper mit dem philharmonischen Orchester des Radio France oder die Ausstellungen in 2015, im Leipziger Contemporary Art Center, Halle 14, „Potential Exhibition“, „History Reloaded“, und „Europa – Eutopia“. Sein neues Buch, „The Book of Hunger and Thirst“, erscheint 2017 bei Gallimard.

Foto: Camille de Toledo (CHTO), © Mitteleuropa

DIE GRUPPENAUSSTELLUNG CAPITALIST MELANCHOLIA (kuratiert von Camille de Toledo (CHTO), Michael Arzt, François Cusset) thematisiert Ennui, Morbidität und Zerstörung im Kapitalismus des 21.Jahrhunderts: Was kommt nach der „großen Beschleunigung“ des Kapitalismus? Was wird aus uns, aus unseren Körpern, unseren Kräften und unserem Geist, wenn die ununterbrochene Phase des Wachstums zu Ende geht? Der Kapitalismus zeigt sich, in seiner Schaufenster-Version zwischen Jeff Koons und Louis Vuitton, als ein von Luxus, Glamour und Verschwendung geprägtes System, das in gewisser Hinsicht zu einer „globalisierte(n) Egonomie“ geworden ist, einem erbitterten Kampf der Egos und Eitelkeiten. In der Kunstgeschichte steht der Vanitas-Begriff für die Versinnbildlichung dieses „eitlen, nichtigen Treibens“: Der Künstler konfrontiert den einzelnen Menschen mit seinem Tod und der Melancholie angesichts der eigenen Vergänglichkeit. Folgt auf die „große Beschleunigung“ unserer Zeit nicht eben diese Erfahrung einer „Melancholie des Kapitalismus“?

DIE KÜNSTLER: CHTO (FR), FAMED (DE), Gregory BARSAMIAN (US), Stefan BRÜGGEMANN (MX), CHITKA (RO/SK), Jeanette EHLERS (DK), Loretta FAHRENHOLZ (DE), Rumiko HAGIWARA (JP),  David MAISEL (US), Álvaro MARTÍNEZ ALONSO (ES), Guido VAN DER WERVE (NL).

Gefördert durch:

WERKE VON CHTO IN DER AUSSTELLUNG CAPITALIST MELACNHOLIA:

CHTO: “The cemetery of the future”, 2016, Foto: Mitteleuropa

CHTO: “The Battle of Past and Present”, 2016, Foto: Walther Le Kon

CHTO und Francois Cusset: “Capitalist Melancholia”, 2016, Video-Dyptichon, Foto: Walther Le Kon