Asta Caplan: “Crossing Paths I – At the time of Dew”, 2015, Pastell auf Papier, 80,3×120 cm

 F Ü T T E R N

V E R B O T E N

Nina Ansari, Alejandra Baltazares, Asta Caplan, Matl Findel, Isabell Flohr, Kevin Gray,  Julia Herfurth,

Kevin Kopacka, Ulrike Stolte, Vastiane Tamayo, Erik Weiser

 26. APRIL 2016 – 28. MAI 2016  -  VERNISSAGE: 23. APRIL 2016, 18-21 UHR  

 GRAEFESTRAßE 90, 10967 BERLIN, Öffnungszeiten: Di, Mi u. Sa u.n.V.

GALLERY WEEKEND 2016: Freitag, den 29. April bis Sonntag, den 1. Mai geöffnet von 13-19 Uhr

Katzenvideos machen glücklich und gesund, der Hund ist der beste Freund des Menschen, Tierforscher fordern Grundrechte für Menschenaffen. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist eng. Und mehr als das, wir haben sie zum Fressen gern, z.B. unsere sogenannten Nutztiere, die wir ausbeuten und kurzerhand “verwursten“.  Von uns, der „Krone der Schöpfung“ wird die Kreatur domestiziert, gepflegt und gefüttert… bis es uns füttert?

Auch in der Kunst stellt das Tier seit den ersten Höhlenmalereien ein Faszinosum dar. Das Christentum sprach den Tieren eine Symbolik zu, erklärte sie zu allegorischen Figuren. Vermehrte Naturstudien ermöglichten in der Renaissance schließlich die ersten realistischeren Tierdarstellungen. Dem „Tierstück“ zur eigenen Gattung verhalf schließlich die niederländische Malerei im 17. Jahrhundert. Wiederum eine Aufwertung erfuhr das Tier im Bild durch den Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Künstler wie Emil Nolde oder Franz Marc zeigten in ihren Natur-Darstellungen ein idealisiertes, seelenvolles Tier-Mensch-Verhältnis: „Ich suche mich einzufühlen in das Zittern und Rinnen des Blutes der Natur, in den Bäumen, in den Tieren, in der Luft (…). Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler, ein Reh oder ein Hund?“ ( Franz Marc).

Ein halbes Jahrhundert später veranschaulichte Joseph Beuys mit seiner Aktion „I like America and America likes me“ (1974) die Annäherung zwischen Künstler und wildem Tier, indem er sich mit einem Kojoten für mehrere Tage in einem Galerieraum einschloss. ……Aus Mensch und ungezähmten Tier wurden Vertraute.

Die Dominanz über das Tier veranschaulichte ein weiteres spektakuläres Werk, mit dem der ebenso umstrittene wie populäre Damien Hirst 1991 Weltruhm erlangte: Er ließ einen Tigerhai fangen, töten und in Formaldehyd einlegen  („The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living“, 1991).

Das Tier fasziniert Künstler bis heute und spiegelt das ambivalente Verhältnis zwischen Mensch und Tier wider. In der Ausstellung FÜTTERN VERBOTEN präsentiert kunstundhelden elf Positionen zeitgenössischer Künstler und ihren individuell-künstlerischen Umgang mit dem Thema Tier. Ob naturalistisch, idealisiert, mystifiziert, konkret oder abstrakt – die Künstler stellen hier allein das Tier in den Mittelpunkt. Es erscheint als Sinnbild, Karrikatur oder  ein beziehungsreiches Porträt- doch immer drücken die Bilder Respekt gegenüber dem wilden, unbekannten und nur scheinbar so vertrauten Wesen aus. Trotzdem: lieber nicht füttern!

Kontakt: Anne Zdunek, a.zdunek@kunstundhelden.de