Z E I T N E B E L

KEVIN GRAY 

SOLO SHOW

Vernissage am Samstag, den 12. März 2016 ab 18 Uhr

Grafestraße 90, 10967 Berlin

Laufzeit der Ausstellung: 15. März bis 16. April 2016

Öffnungszeiten: Di u. Mi 14-19 Uhr, Sa 14-20 Uhr u.n.V.

Mit den Werken seiner neuen Ausstellung „ZEITNEBEL“ erschafft der Künstler Kevin Gray einen Raum zur Reflektion über unsere Wahrnehmung von Zeit und die Überlieferung von Geschichte.

Den Ausgangspunkt bildet die Malerei „Erwartung“, die als Homage an den Maler Richard Oelze entstand. Im Bildmotiv des Surrealisten Oelzes ist eine Gruppe von Menschen zu sehen, die dem Betrachter den Rücken zugekehrt hat und in ein undurchsichtiges Nebelmeer zu starren scheint. Was für Oelze im Jahr der Bildentstehung (1935/36) Ausdruck von Ausweglosigkeit gewesen sein mag, wird im Kanon von Kevin Grays Malerei zur Parabel für seinen Begriff des „Zeitnebels“. So verschwimmt für den Künstler alles, was sich nicht mit Sicherheit vorhersagen lässt in einem Nebel der Ungewissheit.

Erst durch die Geschichtsschreibung wird Vergangenes zu unserer Historie. Doch Geschichte kann revidiert werden und speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Die Gestalt des Vergangenen lässt sich auch nachträglich noch verändern, so dass sich die Geschichte wie ein formbarer Nebel durch die Generationen schiebt. Was in der Zukunft liegt, wird als kalkulierbar betrachtet, entzieht sich letztlich jedoch der absoluten Kontrolle und liegt wie die Vergangenheit in einem dichten Nebel, der sich erst noch lichten muss. Nur der gegenwärtige Moment verheißt für einen kurzen Moment Klarheit, bevor sich der Zeitnebel wieder über sie legt. Dennoch scheint es Teil der menschlichen Natur zu sein viel der eigenen Jetztzeit mit Vergangenem  oder Zukünftigem zu verbringen.

Der Nebel zieht sich auch bildlich durch die anderen Bilder  Grays, versperrt den Blick auf den Horizont und umhüllt die symbolhaft erscheinenden Motive: Die Insel mit Treppe, mit Graffiti bemalte Bäume, ein tiefer Graben, der zur Schlucht wird oder das beengte Stadtlabyrinth. Die Interpretation der Bilder unterliegt der subjektiven Sichtweise – aber wird die Erinnerung an die eigene Wahrnehmung morgen noch die selbe sein?

Kontakt:

a.zdunek@kunstundhelden.de

Tel. 0176 84 71 02 07