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Ludwig Rauchs Fotografien sind von einer stillen und zugleich kraftvollen Bildsprache geprägt und spiegeln einen Teil der deutschen Geschichte wider. Der 1960 in Leipzig geborene Künstler wuchs in der ehemaligen DDR auf und studierte an der HfGB bei Arno Fischer Fotografie. Trotz Publikationsverbot für die gesamte DDR wurde Rauch zu einem der gefragtesten Fotografen, auch über die innerdeutsche Grenze hinaus.

Nach der gelungenen Übersiedlung nach West-Berlin im Januar 1989 überschlugen sich die Ereignisse im Leben des Fotografen. Rauch arbeitete im Auftrag für Magazine wie Stern, Zeit Magazin und Tempo und war für seine Aufnahmen auf der ganzen Welt unterwegs. Mit seinen Bildern holte er den 1. Platz des Fotografia Academia in Pardubice und erhielt eine Auszeichnung beim European Kodak Award.

Neben der Auftragsarbeit, kehrte Rauch immer wieder zur Frage nach dem künstlerischen Aspekt in der Fotografie zurück, die ihn bis heute in seiner Arbeit beschäftigt. Für seine Fotografie begab sich Rauch oftmals in gesellschaftliche Grenzbereiche. Zu Beginn der 90er Jahre arbeitete er im Auftrag verschiedener deutscher und internationaler Magazine an einer Fotoserie über Neonazis in Deutschland. Da sich die Drahtzieher der Szene zu dieser Zeit ihrer Wirkung in den Medien noch nicht bewusst waren, gewährten sie dem Fotografen unerwartet tiefe Einblicke in ihren Alltag. Diese Bilder wurden in Deutschland, Italien Frankreich und auf Einladung des Goethe-Instituts in Chicago ausgestellt.

1991 gründete Ludwig Rauch gemeinsam mit Matthias Flügge und Michael Freitag die Kunstzeitschrift „neue bildende Kunst, Zeitschrift für kunst und kritik“ und arbeite mit dem Maler Ulrich Kubiak an einer Symbiose zwischen Fotografie und Malerei. Die Künstler entwickelten neue technische Verfahren, mit denen sie die Grenzen der Fotografie ausloteten und an einer Verschmelzung von Malerei und Fotografie arbeiteten.

Nach zwölfjähriger Zusammenarbeit als Künstlerduo Kubiak&Rauch folgte für Ludwig Rauch eine Phase der Rückbesinnung auf die reine Fotografie und eigene Fotoserien entstanden. Auf seinen Reisen im Auftrag von Art Basel Miami, Chipperfield Architects London, Vanity Fair, Spiegel Verlag Hamburg, Ringier Verlag Schweiz und Cicero, fotografierte er immer wieder Szenen, die abseits von Gemeinplätzen und gängigen Vorstellungswelten lagen.

Die Arbeiten von Ludwig Rauch befassen sich mit dem Zwischenmenschlichen und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Sie weisen auf Grenzerfahrungen und die Schönheit des Vergänglichen hin. Im Getümmel der Menschen steht doch jeder alleine mit seinen eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Sehnsüchten. Abseits von der Masse werden Orte wahr genommen, die in der gezeigten Weise oft gar nicht mehr existieren, sondern zu Unorten geworden sind. Wie Ludwig Rauch die Welt subjektiv wahrnimmt, beschreibt er durch in sich geschlossene Bildgeschichten. Sein Blick – teils ironisch, teils mitfühlend – ist seine Auslegung des erfahrbaren Augenblicks.

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